Wir unterstützen Surgical Mission Saarland e.V.

 

Der politisch, ethnisch und konfessionell neutrale Verein gibt medizinische Hilfe für Menschen, welche keinen adäquaten Zugang zu einer medizinischen Versorgung haben. Auch die Errichtung, Unterstützung und Förderung von Hilfsprojekten (z.B. nach Naturkatastrophen, Unglücksfällen) gehört mit zu den Aufgaben des Vereins. Und er fördert die Aus- und Weiterbildung medizinischen Fachpersonals im In- und Ausland.

Und so entstand Surgical Mission Saarland e.V.:

Es war einmal ein Chirurg an der Caritas Klinik in Saarbrücken namens Dennis Borces. Seine Familie stammt von den Philippinen und so wusste Dennis, dass den Menschen dort oft keine adäquate ärztliche Versorgung zur Verfügung steht, weil sich entweder keinen teuren Arztbesuch leisten können, oder weil die Standards bei weitem nicht den deutschen Richtlinien entsprechen. Dennis dachte sich "Man muss doch etwas tun können?!".

Also sammelte er seine Arztfreunde um sich und man beschloss, mit dem zu helfen was man am besten kann - operieren. Die Idee auf die Philippinen zu fliegen und armen Menschen eine Operation zu ermöglichen wurde langsam zu einem handfesten Projekt. Mit Hilfe des Missionsfördervereins Kutzhof, zahlreichen Spenden und weiteren Ärzten und Helfer wurde 2012 die erste sogenannte Surgical Mission auf der philippinischen Insel Siquijor gestartet.

Das Projekt war allerdings nicht von Anfang an auf Erfolgskurs. Neben etlichen bürokratischen Hürden galt es Menschen zu überzeugen, dass das Team von Dennis sich nicht einen Strandurlaub auf den Philippinen durch Spenden finanzieren lässt, sondern humanitäre Hilfe leistet, wo sie dringend gebraucht wird.

Nach und nach wurde das Projekt immer größer und es fanden sich immer mehr Menschen, die die Surgical Mission unterstützen wollen (sei es beim Verladen der Sachspenden in den Container oder der aktiven Teilnahme an einer Mission - zu tun gab es für jeden genug). Seit 2012 fand nun jedes Jahr mindestens eine Mission statt. Und heute sind wir alle stolz, dass durch Dennis' Idee ein eigenständiger, gemeinnütziger Verein wurde und bereits so vielen Menschen geholfen werden konnte.


Unsere Mitarbeiterin Daniela Laskowski im Interview mit Dr. med. Andreas Grimme:

Herr Dr. Grimme, Sie gehören als Fachberater für den ärztlichen Bereich zum erweiterten Vorstand des Vereins. Wie sind Sie zu Surgical Mission Saarland gekommen und seit wann leisten Sie dort Ihre ehrenamtliche Arbeit?
Ich wurde in 2015 vom meinem Freund und jetzigen 2. Vorsitzenden der SMS erstmalig angesprochen, um an einer geplanten Mission in 2016 auf Mindoro, Philippinen teilzunehmen. Der bis zu diesem Zeitpunkt tätige Chirurg ging in Ruhestand und stand danach nicht mehr für weitere Missionen zur Verfügung. Bis dahin hatte die SMS bereits seit 2012 vier Missionen auf verschiedenen Teilen der Philippinen durchgeführt. Ich bin dann in 2016 und 2017 mit der SMS auf Mindoro, Philippinen gewesen.

Wie kann man sich so einen Einsatz vorstellen?
Letztendlich haben wir auf Mindoro in einem bereits bestehenden kleinen Regionalkrankenhaus gearbeitet. Die Räumlichkeiten mit zwei Operationssälen waren ganz gut, aber es gab dort keinerlei operativ tätige Kollegen, sodass sich von der Instantsetzung der OP-Säle und Sterilisation der Instrumente, Bereitstellen der Medikamente bis hin zur Organisation und Indikationsstellung der Operationen alles in unserer Hand befand. Unterstützt wurden wir von einer kleinen Gruppe der dort tätigen German Doctors e.V., die uns die Patienten, hauptsächlich bestehend aus der indigenen Bevölkerung der Mangian, aus den umliegenden Dörfern der Bergregionen zugewiesen haben. Wir haben dann binnen zwei Tagen die Patienten angeschaut und mit Ihnen besprochen, was wir für sie tun können. Zeitgleich wurden die OP-Säle geputzt und Instand gesetzt. Die Instrumente gewaschen und sterilisiert. Nach fünf Tagen der Vorbereitung haben wir angefangen für zwei Wochen zu operieren. Danach haben wir noch für eine Woche unsere Patienten nachgesorgt und sie dann wieder in die Obhut der German Doctors gegeben. Insgesamt haben wir somit jeweils ca. 150 geplante Operationen und einige Notfall-Operationen durchgeführt. Zusätzlich wurde durch unsere Hebamme das Team der Geburtshilfe vor Ort unterstützt und wir haben Schulungen in der Reanimation und Notfall-Versorgung von Patienten für das dortige Krankenhauspersonal und der German Doctors gehalten.

Wie lange Vorbereitungen gehen damit einher, wie viele Beteiligte sind hier vor Ort und nach welchen Gesichtspunkten wird der Einsatzort festgelegt?
Zur Planung einer vollständigen operativen Mission werden ca. 1-1,5 Jahre benötig. Viel Zeit wird hierbei für die Zusammenstellung sämtlicher benötigter Unterlagen für die Arbeitserlaubnis vor Ort benötigt. Wir haben jedoch den Anspruch, dass die behördlichen und rechtlichen Absicherungen unserer Missions zur Sicherheit aller geregelt sind. Auch die Zusammenstellung des benötigten Materials sowie Instrumente und Medikamente bedarf einer akribischen Vorbereitung, da im Notfall vor Ort nichts nachbestellt werden kann. Im Organisationsteam sind eine Handvoll Vereinsmitglieder mit größtem Engagement für Monate beschäftigt. Auf die Mission selbst sind wir mit 12-16 Personen gegangen. Die Einsätze wurden in Rücksprache mit den German Doctors auf den Philippinen abgestimmt, da diese sich mit großer Hingabe der medizinischen Versorgung der Mangian widmen.

Wissen Sie vorher welche Patienten Sie behandeln?
Nein, wir sehen alle Patienten in den ersten Tagen nach der Ankunft vor Ort. Sobald absehbar ist ab wann der OP startklar ist, erstellen wir einen OP-Plan für zwei Wochen. Hierbei kommen Kinder und größere, kompliziertere Eingriffe frühzeitiger dran, damit wir mehr Zeit für die Nachsorge einplanen können.

Wie lange befinden Sie sich vor Ort im Einsatz?
Vier Wochen, wobei in der ersten die Instandsetzung der OP-Säle und die Organisation der Patienten und der Ablaufplan im Vordergrund stehen. Zwei Wochen lang wird dann in zwei Teams operiert und die chirurgische Notfallversorgung des Krankenhauses sichergestellt. Die abschießende, vierte Woche wird zur Nachsorge und zum Abbau benötigt.

Welche Projekte sind für die Zukunft geplant?
Unser nächstes Projekt planen wir in Ghana. Dort entsteht gerade ein Krankenhaus am Rande von Accra. Dr. Samuel Oake hat seine Ausbildung zum Unfall-Orthopäden hier in Deutschland abgeschlossen und wird dann zurück in seine Heimat gehen. Er hat das Projekt ins Leben gerufen und wir wollen ihm beim Aufbau und in der Startphase helfen.

Wie setzen Sie LIGASANO bei Ihren Patienten ein?
Die wohl einprägsamste Anwendung von LIGASANO konnten wir bei unserer letzten Mission in 2017 in Mindoro erfahren. Dort wurde uns ein junger Mann mit hohem Querschnitt nach dem Sturz von einer Palme in sehr schlechten Allgemeinzustand vorgestellt. Er war nur sehr schlecht und notdürftig in seinem Heimatdorf versorgt worden. Nach Säuberung der ausgedehnten Dekubitalulzera konnten wir schon während des Aufenthaltes recht stabile Wundverhältnisse erreichen. Mit den LIGASANO Wundputzern und der Lagerung auf großen Platten zeigten die Wunden an Steiß und an den Hüften zügig Granulationsgewebe, sodass wir ca. 4 Monate nach Verlassen der Philippinen und Weiterversorgung des Patienten durch die German Doctors einen Wundverschluss verzeichnen konnten.
Leider mussten wir nun erfahren, dass aufgrund der COVID-19 Pandemie und der hieraus resultierenden eingeschränkten fachlichen und materiellen Versorgung sich wieder Dekubitalulzera insbesondere an den Hüften einstellten. Wir haben jetzt durch die großzügige Spende der LIGAMED medical Produkte GmbH das Team vor Ort zumindest materiell wieder unterstützen können und hoffen auf erneute baldige Genesung.

COVID-19 - Wir sind weiterhin für Sie da und beliefern Sie wie gewohnt, zuverlässig und in bester Qualität „Made in Germany“

Als systemrelevanter Hersteller von Medizinprodukten haben wir zum Schutz unser aller Gesundheit und der Aufrechterhaltung der betrieblichen Arbeitsprozesse frühzeitig Sicherheitsvorkehrungen in der LIGAMED eingerichtet.

Welttag der Kranken

Am 11. Februar jährte sich übrigens der Welttag der Kranken bereits zum 28. Mal. Dieser Gedenktag wurde 1993 von Papst Johannes Paul II. eingeführt um allen von Krankheiten heimgesuchten und gezeichneten Menschen zu gedenken.

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